Teyaku 手訳 - Übersetzungen des Te


Teyaku 手訳  ist die Kurzform von Te no honyaku (手の翻訳) bzw. Te honyaku (手翻訳) und bedeutet wörtlich so viel wie „Übersetzungen des Te", wobei „Te" hier stellvertretend für Karate stehen soll. Teyaku ist ein Projekt von Sebastian Sakraschinsgy (hier geht es zu seinem sehr lesenswerten Blog „Insight Budo") und Axel Heinrich, in dem wir - aus unserer Sicht - bedeutende englischsprachige Texte rund um die Kampfkünste ins Deutsche übersetzen.

Warum? Wir haben immer wieder, z.B. bei Diskussionen online und offline festgestellt, dass es im deutschsprachigen Raum Kampfkünstler gibt, die sich solche Übertragungen wünschen; sei es aus Bequemlichkeit oder weil ihre Englischkenntnisse weniger gut ausgeprägt sind. Ihnen möchten wir die zahlreichen Text-Schätze von Iain Abernethy, Jesse Enkamp, Andreas Quast und anderen nicht vorenthalten und haben sie, nach dem wir zuvor die Genehmigung der betroffenen Autoren eingeholt haben, übersetzt.

An einigen Stellen haben wir die Texte, um Missverständnisse - die bei jedem Übersetzungsprojekt auftreten können - zu minimieren, mit Anmerkungen versehen. Mit Teyaku wollen wir in loser Reihenfolge Übersetzungen liefern und diese auch ab und zu kommentieren, um zum Nachdenken anzuregen. Wir verstehen uns als Mitmach-Projekt, d.h. wir sind offen für Textvorschläge mit Kampfkunstbezug.

Ulf Karlsson: der Wandel der Naihanchi

Aus dem Englischen Transition of Naihanchi  von Ulf Karlsson. 30. Mai 2016.

von Axel Heinrich

 

Anmerkung von A.H.: Diese Übersetzung wurde dankenswerterweise von Motobu Naoki Sensei, Shihan des Motobu-ryu, authorisiert. Sie basiert auf dem englischen Text von Ulf Karlsson, dessen Artikel wiederum aus dem japanischen Original von Naoki Sensei stammt. Verlinkungen im Text wurden zum besseren Verständnis von mir hinzugefügt.

Die Kata Naihanchi ist eine der Basis-Kata im Karate. Seit Alters her sagt man „Kata beginnt mit Naihanchi und endet mit Naihanchi“ oder „Karate beginnt mit Naihanchi und endet mit Naihanchi.“ Daneben gibt es weitere Basis-Kata wie Seisan und Sanchin. Normalerweise bildet die Naihanchi im Shuri-Te und im Tomari-Te die Grundlage, während Sanchin im Naha-Te die Basis darstellt. Die Seisan findet man im Shuri-Te und im Naha-Te, allerdings in verschiedenen Varianten.

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Andreas Quast: Karate und der Schwebende Fuß (Ukiashi)

Aus dem Englischen „Karate and the Floating Foot (Ukiashi 浮き足)" 

Andreas Quast. 13. Dezember 2017.

von Axel Heinrich

„Schwebender Fuß“ – so lautet die wörtliche Übersetzung aus dem Japanischen (ukiashi 浮き足). Der Begriff bezieht sich sowohl auf einen zaghaften Schritt als auch auf das Stehen auf den Fußspitzen und auch darauf, bereit zu sein, schnell die Flucht ergreifen zu können und – im übertragenen Sinn – auf große Schwankungen an den Finanzmärkten. Dabei ist ein Fuß nicht fest mit dem Boden verbunden. Der Ausdruck ist in den japanischen Kampfkünsten durch Miyamoto Musashi (1584–1645) bekannt geworden, der ihn als eine der „drei Fußstellungen, die es zu vermeiden gilt“ beschreibt: 

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Ulf Karlsson: Pinan Kata und die Katzenfuß-Stellung (Nekoashi)

Aus dem Englischen „Pinan and Cat stance”  von Ulf Karlsson. 5. Dezember 2016.

von Axel Heinrich

 

Anmerkung von A.H.: Diese Übersetzung wurde dankenswerterweise von Motobu Naoki Sensei, Shihan des Motobu-ryu, authorisiert. Sie basiert auf dem englischen Text von Ulf Karlsson, dessen Artikel wiederum aus dem japanischen Original von Naoki Sensei stammt.

Sōke [Motobu Chōsei] begann das Karate-Training bei seinem Vater Motobu Chōki im Alter von ungefähr 13 Jahren in Ōsaka. Als sein Vater Chōki nach Tōkyō ging, trainierte er mit Jugendlichen aus der Nachbarschaft. Weil Motobu Chōkis Familie in Ōsaka bleiben musste, reiste er zwischen Ōsaka und Tōkyō hin und her. In seiner Nachbarschaft in Ōsaka lebten viele Menschen, die ursprünglich aus Okinawa stammten. Unter ihnen waren nicht wenige aus den Ryūkyū-Adelsklassen der Udun und der Tunchi. Damals gehörte es für diese Klassen zum guten Ton, Karate, Tänze von den Ryūkyū-Inseln sowie andere darstellende Künste, die als „Errungenschaft der Shizoku“ galten, zu lernen. Ihre Kinder trafen sich auf freien Plätzen in der Nachbarschaft um gemeinsam Karate zu trainieren.

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Andreas Quast: Merkmale des Tomari-te

Aus dem Englischen „The Characteristics of Tomari-te”  von Andreas Quast. 31.Juli 2016.

von Axel Heinrich

 

Anmerkung von A.H.: Diese Übersetzung wurde auf Anfrage von Andreas Quast dankenswerterweise von Motobu Naoki Sensei, Shihan des Motobu-ryu, authorisiert. Sie basiert auf dem englischen Text von Andreas Quast, dessen Artikel wiederum aus dem japanischen Original von Naoki Sensei stammt.

Merkmale des Tomari-te

Kürzlich verfasste ich einige Artikel über das Tomari-te und nachdem ich diese hochgeladen hatte, stieg die Zahl der Zugriffe merklich an. Sie nahmen sowohl in Japan als auch im Ausland zu. Verglichen mit dem Shuri-te und dem Naha-te ist das Tomari-te anscheinend noch nicht so gut bekannt und es scheint das Interesse derer zu wecken, die sich für die Geschichte des Karate interessieren.

Persönlich glaube ich, dass der Einfluss der „Modernisierung“, der das Shuri-te und das Naha-te begleitet hat, im Tomari-te gering war und es dort entsprechend noch Spuren des old-style-Karate gibt. 

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Andreas Quast: Kinjo Hiroshi über den Besuch von Basil Hall auf den Ryukyu-Inseln

Aus dem Englischen „Kinjo Hiroshi on Basil Hall’s Visit to Ryukyu” von Andreas Quast vom 17. Dezember 2016.

Von Axel Heinrich

 

Vor 200 Jahren, im Jahre 1816, erreichte Basil Hall bekanntermaßen Okinawa. Der folgende Text ist entnommen aus: Kinjō Hiroshi: Karate kara karate made (Von karate 唐手 zu karate 空手), 2011. Übersetzung (einschließlich möglicher Fehler) von Andreas Quast.

Die Reise der Königlich Britischen Marine nach Korea und zu den Ryūkyū-Inseln“

Beschäftigt man sich genauer mit dem Vermächtnis und mit der Entwicklung des karate, gibt es – angesichts der äußerst raren historischen Aufzeichnungen – einen wertvollen Hinweis, der uns die Umstände der Verbreitung des Tōdī auf den Ryūkyū-Inseln während der Bunka- und Bunsei-Ära (1804–29), besser verstehen lässt. Die Rede ist von dem Text „Account of a Voyage of Discovery to the West Coast of Corea, and the Great Loo-Choo Island” von Basil Hall, Kapitän des Kriegsschiffes „Lyra” der Royal Navy, veröffentlicht 1818. Das Buch gibt eine Zusammenfassung dieser Reise.

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